FMA: A SUNDAY LUNCH WITH THE FRENCH FAMILY COUNTRYSIDE

Ich werfe einen letzten Blick in den Spiegel der über dem Beifahrersitz des Wagens angebracht ist nachdem ich mich im Auto fertig gemacht habe. Frisur, Make-up… Sitzt. Wofür? Als ich mir die Frage stelle verwerfe ich den Gedanken gut auszusehen zu müssen, und gebe mich einfach wie ich bin. Ich bin froh nicht in skinny-Jeans und gestylt in das Haus meines Onkels spazieren zu müssen, sondern einfach als ich selbst,- und geliebt.

                                                                                              

Mein 1,5 jähriger Cousin ist völlig aus dem Häuschen als er mich sieht. Er strahlt über beide Ohren und auch ich bin glücklich seinen Lockenkopf und seine türkisfarbenen Augen mit den langen Wimpern wieder zu sehen. Ich könnte jedes mal schmelzen wenn ich ihn sehe. Ich würde ihm seine Backe am liebsten abbeißen als ich ihm einen Kuss gebe. Und auch meine Tante kriegt ein Küsschen rechts und links, a la francaise eben. Es ist normal, dass die Uhrzeit der Einladung eine viertel Stunde überschritten wurde, a la francaise eben. Und vor allem besteht kein Zwang es jemandem recht zu machen.

Die ungezwungene Stimmung wird durch das Aperitif zusätzlich erheitert. Inzwischen sind wir 16 Leute jeden alters versammelt im Haus meines Onkels zu einem sonntäglichen Mittagessen.
Ich bin glücklich. Alle verstehen sich (natürlich). Und auch wenn die Spielzeuge meiner Cousinen und Cousins etwas nervenaufreibend sind, weil sie an die Sirene eines Rettungswagens erinnern bin ich froh sie zu hören. Als alle sich setzen und das Essen serviert wird fängt meine Cousine (3 Monate alt) an zu weinen. Selbstverständlich stehe ich auf und sehe nach ihr. Ihre Mama kann währenddessen ungestört das Essen genießen. Es muss nichts exclusives sein für uns. Cevapcici und Ajvar, beides zuvor den ganzen Vormittag lang von meinem Vater und meinem Onkel dem Gastgeber mit Liebe zubereitet. Dazu Brotsalat. Alle sind begeistert und ich setze mich wieder mit der Kleinen auf dem Schoss und genieße das Essen. Die Atmosphäre.

Ca 15 Uhr; Alle freuen sich, dass das Wetter besser geworden ist, und meine Cousinen (7 und 9 Jahre alt) nutzen kurzerhand die Gelegenheit um den Pool draußen zu nutzen. Wir älteren sollten in der nähe bleiben und aufpassen. Ich stehe im Garten und schaue der jüngeren zu wie sie von der Treppe in den Pool springt. Mein 1,5 Jahre alter Cousin lacht mich an und rennt zu mir, und kurz bevor er hinfällt halte ich seine Hand und rette ihn vor einem unausweichlichen Bauchplatscher ins Gras. Dieser kleine Mann ist durch nichts aufzuhalten. Als sei nichts passiert läuft er weiter und packt seinen neuen Wortschatz aus, da er jetzt seine Großeltern mit Mamie (französisch für Oma) Und Papi (Opa) rufen kann. Maman, Papa, Nana (Babyisch für Anna) und Emma kann er auch schon sagen. Ich strahle über beide Ohren, weil er so zum anbeißen ist. Auch wenn mein Name noch nicht in seinem Wortschatz vorkommt, da er zu schwierig ist. „Juliette“, er hört es aber versucht es nicht einmal. Stattdessen zeigt er auf einen Tennisball und Schreit voller Freude „Baon“ (Ballon -> französisch: Ball). Sein Vater trägt seine 3 Monate alte Schwester auf dem Arm als er nach draußen kommt. Voller Stolz beobachtet er seinen Sohn beim Spielen.

Es kommt mir seltsam vor, mich mit so „wenig“ zufrieden geben zu können. Aber moment mal, was heißt hier wenig? In einer Zeit in der Hektik die Oberhand übernimmt finden 16 Menschen Zeit zusammen zu finden, und die gemeinsame Zeit zu genießen. Also ja, ich bin zufrieden. Es müsste inzwischen ca 16 Uhr sein. Meine Cousinen Zeigen mir einen Kartentrick, als sie aus dem Pool kommen. zugegeben, ich habe ihn wie jeder im Raum sofort durchschaut, und trotzdem spielt jeder mit, und ist „verblüfft“, wie die beiden das nur anstellen. Unser Theaterspiel war noch mehr Trick als der Trick selbst, aber alle sind mit großer Begeisterung dabei.

                           

Meine Tante und mein kleiner Cousin wollen spazieren gehen. Meine Mama, meine 2 Cousinen und ich und ein weiterer Cousin (13 Monate alt) kommen mit. Ich schiebe meinen Cousin im Kinderwagen bis wir an einem Spielplatz ankommen. Er ist schon von Weitem voller Vorfreude, als er die Rutsche sieht, auf die meine Cousinen zu rennen. Der Kleine ist so einfach zufrieden zu stellen. Er will 2 Mal rutschen. Dann zieht es ihn zu einem Schaukelpferd-ähnlichen …Ding? 10 Sekunden sitzt er darauf… vielleicht auch 20 und hat schon keine Lust mehr. Was macht er stattdessen? Er setzt sich auf den Boden und spielt mit den Holzspänen. Kein Witz. Ich liebe ihn für seine Einfachheit, diesen kleinen Knirps.

Als wir wieder zu Hause sind überlege ich mir, worüber ich meinen nächsten Blogpost schreiben könnte… Irgendetwas interessantes, etwas das nicht jeder hat. Eine so tolle Familie ist mehr Wert als Geld, Erfolg, und sonst irgendetwas auf dieser Ruhm-süchtigen Welt.

                                                                                                                          

Advertisements

2 Gedanken zu „FMA: A SUNDAY LUNCH WITH THE FRENCH FAMILY COUNTRYSIDE

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s