SKLAVEN DER GESELLSCHAFT

Hallo ihr lieben! Bald ist es soweit! Ich werde morgen 18!
Ja, ich weiß… kein Grund auszuflippen… eigentlich. Wenn man bedenkt, dass man
nur Geburtstag hat. Aber jetzt kommt Alles Schlag auf Schlag. Erst die 18, der
Führerschein, das Abi, dann das Studium und damit verbunden (für mich
jedenfalls): umziehen.
Klar, es ist alles noch ein Weilchen weg. Und mein Freund
würde jetzt sagen ich reagiere zu emotional (wo ich ihm manchmal schon recht geben
muss…) aber am Anfang des Jahres dachte ich auch „Hei Juju, das ist ja noch
eine Ewigkeit weit weg, dieser 18er“ und naja, genau diesen Gedanken hatte ich
auch noch Anfang Juni. Mir ist selbst aufgefallen, dass ich mich zurzeit sehr
viel mit dem Thema Zeit auseinandersetze. Das hat damit zu tun, dass man sich
einfach unter Druck gesetzt fühlt, wenn die Schulkameraden sich schon Ende des
1. Halbjahres mit ihren Studienplätzen beschäftigen. Und ich? Treibe einfach
planlos durch das Jahr, kann es kaum abwarten 18 zu werden und mobil, und
einfach weg. Meinen Radius vergrößern. Neue Gegenden erkunden. Ok zugegeben, so
planlos bin ich nicht. Aber es wird einem von allen Seiten eingeredet, was das
Beste für einen ist. Das passt mir meistens so gar nicht in den Kram. Warum
weiß mein Lehrer was ich studieren sollte? Weil ich in seinem Fach gut bin? Natürlich,
es ist schon fast nicht mehr erlaubt in unserer Oberstufenlaufbahn nicht zu
wissen, wo man landen will. Man kann nur ein früher Vogel sein, wenn man das
Ziel kennt? Quatsch! –Selbst die Schulauswahl macht aus uns Soldaten einer
bestimmten Schubladen-Armee. Meine Schwester zum Beispiel ist auf einem
Sozialen Gymnasium. Für sie heißt das am Ende des Abiturs nichts weiter als den
ihr bis dahin höchstmöglichen Schulabschluss erlangt zu haben. Für die Lehrer
dieser Schule ist es allerdings eine Blase der Illusion, alle ihre Schüler
würden sich danach in soziale Berufe stürzen. Eine Illusion der Lehrer, eine
Illusion unserer Gesellschaft. Warum zum Teufel sollte man schon mit 16/17
wissen, was man bis an sein Lebensende arbeiten will? Das heißt nicht nur, dass
man seinen Alltag schon vorausbestimmt, sondern auch sein Einkommen ungefähr,
und damit seine Urlaube mit 30, sein Auto und seine Wohnung (grob
zusammengefasst). Es ist zu viel. Und die Zeit zu knapp, bzw. zu früh. Ich
jedenfalls werde jetzt erst einmal „erwachsen“. Und das beginnt sicherlich
nicht mit dem erlangen des 18. Lebensjahres… Mit erwachsen werden ist heute
gemeint, den Landeanflug des frühen Vogels vorauszubestimmen. Ein kräftiges
Zwicken von Zeit zu Zeit, welches uns wieder auf den Boden der Tatsachen
herunterholt, und uns von den ganzen Traumberufen wegzieht muss wohl immer
wieder sein. Denn ich kann meinen Lehrern ja schlecht erzählen, dass ich gerne
schreibe und am liebsten mein ganzes Leben lang meinen Blog führen würde. Nein.
In diplomatischem Schul-Neudeutsch würde meine Antwort lauten „Ein Studiengang
im Bereich Literatur und einen Job in der Zeitschriften/Schriftsteller Branche. Aber
wie gesagt, das wäre meine Traumvorstellung des Landen. Wo der Vogel
tatsächlich hinfliegen wird, das entscheidet alleine die Stärke des Gegenwindes.

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2 Gedanken zu „SKLAVEN DER GESELLSCHAFT

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