LOVE HURTS

Die Liebe ist und bleibt ein schwieriges Pflaster. So ist es und wird es immer sein. Wer ein mal richtig verliebt war der weiß wie es sich anfühlt. Diese tiefe Vertrautheit und das Gefühl alles mit dieser einen Person teilen zu wollen. Zusammen lachen zusammen die schönsten Momente erleben und zusammen alles unternehmen. Man kann und man will nichts anderes als jede freie Minute mit dieser einen Person zu verbringen.
„An die erste große Liebe erinnert man sich sein ganzes Leben“, das sagt zumindest meine Mutti. Ich hoffe sie hat recht, denn ich glaube nicht daran, jemals wieder so tiefe Verbundenheit in einer anderen Person zu finden.
Mein Seelen verwandter, mein 2. Ich, meine bessere Hälfte einfach weg. Vom einen Moment auf den anderen, und nach 2 Jahren Beziehung bleiben noch so viele Fragen offen… Man macht sich Vorwürfe ob man die Beziehung vielleicht noch hätte retten können, und vor allem was man falsch gemacht hat. Sie ist es, die Mutter aller Fragen nach einem Beziehungs-aus. Ganz ehrlich: diese Frage hat gedroht mich kaputt zu machen. Man macht sich viel zu fertig mit all den Vorwürfen an sich selbst. Aber woran könnte es gelegen haben? Wenn er Schluss macht und man sich selbst fragt warum, dann sollte man doch wissen, dass man nichts weiß. Genau das ist die rettende Aussage in diesem Moment. Sich eingestehen, dass wenn man wirklich nicht weiß warum. Und klar, man hängt sich die Schuld selbst an. Aber eines ist sicher, nämlich dass es durch die ewigen selbst Vorwürfe nur noch schlimmer wird.

Für mich ist es alles andere als einfach über meinen Ex-Freund zu sprechen, und ich musste lange mit mir ringen bevor ich mich dazu entschlossen habe diesen Post zu schreiben. Zum Einen weil ich nicht weiß ob jemand hofft genau hier darauf zu treffen, ob es jemanden interessiert. Zum Anderen weil es immer noch schrecklich weh tut.
Das Gefühl verlassen zu werden trifft uns immer an unserer verwundbarsten Stelle, und keiner weiß so recht wie man damit umgehen soll.
Im ersten Moment wünscht man sich tot. Einfach weg sein, im Nichts verschwinden und den Gefühlen ja nicht Platz bieten sich noch tiefer und noch fieser ins Herz zu fressen. Es schier auszuhölen in dem sie dem Herz die letzten Stückchen positive Erinnerungen und schöne Momente entreißen und daraus ein Meer aus Tränen bilden, in dem man droht unterzugehen und zu ertrinken. Erinnerungen machen eine Trennung wohl mit am schwierigsten. Sie sind es, welche uns immer wieder ins Gedächtnis rufen: „es wird nie wieder so sein wie es damals war.“ Nie wieder so überwältigend, so liebevoll und ausgeglichen und perfekt.

Die perfekte kleine Welt ist mit einem Schlag zerstört. Als würde man einen Hammer nehmen und auf eine Porzellan Tasse einschlagen. Aber nicht sachte uns behutsam um zu sehen ob vielleicht doch noch ganze Stückchen geblieben sind die man wieder zusammen kleben kann, sondern so richtig mit voller Kraft drauf los brettern. Die Porzellan Tasse ist kaputt. Unersetzbar ,-und in eine Milliarden Teile zersprungen. Man könnte versuchen sie wieder zusammen zu kleben, ja. Aber was so zerbrochen ist, da ist es schwierig wirklich wieder alle Teile zu finden und passend zusammen zu fügen. Und wenn es keine Löcher sind die übrig bleiben, so sind es doch die Risse. Die Narben von damals. Und man würde sich wieder daran erinnern wie schrecklich das Gefühl war, als die Tasse noch zersplittert war. Die Verlust Angst würde weiter brüten bis es schier unausstehlich sein würde. Nein. Für so etwas bin ich nicht gemacht, ich glaube für so etwas ist niemand gemacht!
Szenario 2 heißt die Tasse Tasse sein zu lassen und über die Scherben zu gehen. Die Scherben werden zwar tief einschneiden aber wenn man weiter geht werden sie sich langsam lösen und Narben hinterlassen. Viele kleine Narben die nur einen Bruchteil so sehr sichtbar sind wie die Risse einer zusammen geklebten Tasse. Sie sind dann unter unseren Füßen versteckt. Und nach einer Weile, wenn wir aufhören zu humpeln, und so keiner mehr sieht dass wir schmerzen beim weiter gehen haben, dann sind wir die einzigen die noch wissen dass wir sie tragen, diese Narben.
Es ist alles andere als einfach damit zurecht zu kommen. Und ich sage euch, ich hatte und habe größte Schwierigkeiten damit, was mich nach einer Weile aber nicht am Weitergehen gehindert hat. Was auf keinen Fall hilft sind die Sätze „sei stark“ , „ihr habt sowieso nicht so wirklich zusammen gepasst“ oder der Klassiker: „mach dir nix draus, jetzt bist du endlich wieder Single!“. Diese Sätze habe auch ich mir angehört. Viel zu oft und viel zu runtergeleiert. Standard Sprüche die man halt sagt um auch seinen Senf dazu gegeben zu haben.
Aber mal ehrlich: was uns wirklich interessiert sind doch die Maßnahmen die wir treffen können um uns wirklich besser zu fühlen!
Ich habe 4 Monate gebraucht um nun festzustellen was mich nach vorne gebracht hat. Es sind nette Menschen und gute Freunde. Alles was einen von der tatsächlichen Situation ablenkt. Es müssen die Menschen sein, die verstehen wenn mitten im Gespräch die tränen doch durchkommen. Die dann helfende Worte aussprechen und auch einfach mal trösten. Man muss sich ablenken, ganz klar! Ich war 3 Tage später für eine Woche nach München verschwunden und habe Abstand gesucht. Abstand den ich auch gebraucht habe, nur war es aus jetziger Sicht damals noch viel zu früh. Ich hätte nicht vor dem Problem weglaufen sollen, sondern mich der Tatsache stellen, dass er nun weg ist. Ich hätte nicht alleine eine Stadt bereisen sollen sondern tröstende Gespräche persönlich führen sollen und nicht völlig aufgelöst in der S Bahn am Telefon.
Ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen um einen klaren Kopf zu bekommen und dann, von mir aus, wenn der erste Schlag nicht mehr ganz so schmerzhaft erscheint, erst dann hätte ich gehen sollen. Mein Tipp ist es, sich auszusprechen. Und wenn es mit dem ex im schlechten außeinander ging, dann eben mit der besten Freundin, der Schwester oder der Mama drüber quatschen. Sich ausheulen und alles erzählen was einen so sehr an der ganzen Sache trifft und was einen verletzt. Nicht nur ein mal sondern so oft, bis man es selbst nicht mehr möchte weil es schon fast schräg ist es wirklich noch ein 100. Mal ernst zu erzählen und sich dabei so richtig auszulassen über ihn, den Bösewicht.

Mädels es ist auch jetzt noch schwierig. Es gibt Momente in denen man ihn sich so sehnlich herbeiwünscht, dass man den Eindruck hat, man würde wieder in die alte Trauer verfallen. Traurig sein ist ok! Und noch etwas ist ganz wichtig: auch wenn ihr denkt jetzt würde niemand mehr Verständnis dafür haben, wenn ihr nach 3 Monaten weiter tränen übrig habt die ihr diesem Mann von Ex wirklich gönnen wollt, dann tut es. Nichts ist schlimmer als es nur für sich zu behalten. Wir sollten dankbar sein, wenn wir schon jemanden zum reden haben und auf keinen Fall dürfen wir denken es sei genug. Es ist erst genug wenn du mit einem lächeln zurück blicken kannst auf dich als trauriges Mädchen, und wie gut es dir im Vergleich zu damals geht. Kopf hoch und weitergehen. Ob die Füße schmerzen oder nicht, darf uns nicht hindern.

“We all have two lives. The second one starts when 

we realize that we only have one.”




Advertisements

5 Gedanken zu „LOVE HURTS

  1. Oh wow, den Vergleich mit der Tasse find ich echt schön und gelungen. Aber Narben verheilen und verblassen und tun nach einer Weile auch nicht mehr weh. Alles Gute dir 🙂

    Gefällt mir

  2. Ich finde es vollkommen okay dass man so lange es weh tut das auch offen zeigen darf. Zumindest bei seinen liebsten. Denn die haben immer Verständnis dafür. Es ist okay wochenlang zu weinen. Es ist okay über ihn her zu ziehen. Es ist okay traurig zu sein. Und irgendwann, wenn man das irgendwie verarbeitet hat dann kommt das Glück und die Freude ganz von selber.
    Es ist das beste sich seiner trauer hinzugeben, denn runter schlucken macht es nicht leichter sondern manchmal sogar unerträglicher.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und liebe Leute die dir dabei helfen wieder vollends Glücklich zu werden 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s